Verbreitung der Hornisse in Deutschland
Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist in ganz Deutschland verbreitet – von den Küsten im Norden bis zu den Alpen im Süden. Sie besiedelt bevorzugt:
- Laubmischwälder und Waldränder mit altem Baumbestand
- Obstgärten und Parks
- Siedlungsbereiche mit Grünflächen
- Flussniederungen und Feuchtgebiete
Durch den Klimawandel hat sich die Hornisse in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet und ist heute auch in städtischen Gebieten und in höheren Lagen anzutreffen als früher. Sie fehlt nur in sehr kahlen, waldfreien Landschaften ohne ausreichend Baumbestand.
Asiatische Hornisse: Ausbreitung in Deutschland
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) wurde in Deutschland erstmals um 2014 nachgewiesen und breitet sich seitdem aus. Besonders betroffen sind die südwestlichen Bundesländer (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland). Die Ausbreitung wird von Wissenschaftlern und dem NABU aktiv beobachtet.
Wer eine Asiatische Hornisse sieht, kann die Beobachtung bei Vespawatch.de oder der NABU-App melden – das unterstützt die Forschung.
Lebenszyklus & Saison der Hornisse
Der Lebenszyklus einer Hornissenkolonie dauert etwa 6–7 Monate:
März–April: Aufwachen der Königin
Die überwinterte Königin erwacht aus der Winterruhe, wenn die Temperaturen dauerhaft über 10°C steigen. Sie ernährt sich zunächst von Baumsäften und sucht einen geeigneten Neststandort.
April–Mai: Nestgründung
Die Königin beginnt alleine mit dem Nestbau und legt die ersten Eier. Aus den ersten Eiern schlüpfen im Mai die ersten Arbeiterinnen.
Juni–Juli: Wachstumsphase
Die Arbeiterinnen übernehmen Nestbau und Nahrungssuche. Das Volk wächst rasch. Die Königin legt täglich Dutzende Eier.
August–September: Hochphase
Das Volk erreicht seine maximale Größe (400–700 Tiere). Nun werden auch Drohnen (Männchen) und neue Königinnen aufgezogen. Paarungsflüge finden statt.
Oktober–November: Auflösung
Wenn die Temperaturen unter 10°C fallen, stirbt das gesamte Volk ab – Arbeiterinnen, Drohnen und die alte Königin. Nur junge befruchtete Königinnen überwintern.
Wann sterben Hornissen?
Diese Frage ist eine der meistgestellten zum Thema Hornisse – und die Antwort ist eindeutig:
Das gesamte Hornissenvolk stirbt im Oktober oder November ab, sobald die Außentemperaturen dauerhaft unter 10°C fallen. Das betrifft:
- Alle Arbeiterinnen
- Alle Drohnen (Männchen)
- Die alte Königin
Überleben tun nur die jungen, befruchteten Königinnen – sie verlassen das Nest bereits im Spätsommer nach der Paarung und überwintern in geschützten Verstecken (unter Rinde, in Baumritzen, in Gebäudespalten).
Das Nest ist typischerweise von April bis Oktober/November aktiv. Ab November ist es verlassen und kann ohne Risiko entfernt werden. Im nächsten Jahr wird es nie wieder genutzt.
Wann verschwinden Hornissen wieder?
Hornissen „verschwinden" im Herbst, wenn das Volk abstirbt. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Wetter ab:
- Warmer Herbst: Das Volk kann bis in den November hinein aktiv sein.
- Kalter Frühherbst: Bei früh fallenden Temperaturen kann das Volk schon im September/Oktober absterben.
- Durchschnitt: In Deutschland endet die aktive Phase meist im Oktober.
Wer ein Hornissennest hat und auf das natürliche Absterben warten möchte: Geduld ist die einfachste und günstigste Lösung. Ab November ist das Nest sicher leer.
Warum kommen Hornissen immer wieder?
Wenn jedes Jahr Hornissen an derselben Stelle auftauchen, liegt es nicht daran, dass das alte Nest wiederverwendet wird – das passiert nie. Stattdessen gilt:
- Der Standort bietet ideale Bedingungen (warmer, trockener Hohlraum, geschützt, ruhig).
- Neue Königinnen haben möglicherweise den alten Neststandort erspäht oder suchen intuitiv nach ähnlichen Standorten wie dem, in dem sie aufgewachsen sind.
- Alte Nestgerüche können möglicherweise als Hinweis auf einen guten Standort wirken.
Was hilft dagegen?
- Im Winter (November–März) alle Öffnungen, Spalten und Hohlräume verschließen (Silikon, Bauschaum, Metallwolle).
- Rolladenkästen abdichten.
- Nistkästen und Kompostkästen kontrollieren und verschließen.
- Alternativ: Einen Hornissenkasten im Garten aufhängen – das lockt Hornissen als Alternative vom Haus weg.
NABU Hornissenschutz
Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) setzt sich aktiv für den Schutz der Hornisse ein. Aktivitäten des NABU:
- Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung über den Schutzstatus
- Beratung bei Hornissenfunden und Nestsituationen
- Vermittlung von Umsiedlungen durch geschulte Helfer
- Monitoring der Asiatischen Hornisse
Den lokalen NABU-Kreisverband finden Sie unter nabu.de. Viele Kreisverbände haben eigene Hornissenberater, die kostenlos helfen.
Der NABU empfiehlt: Toleranz gegenüber Hornissen. Ein Nest in Hausnähe ist kein Grund zur Panik, sondern eine Chance, faszinierende Insekten zu beobachten.
Schutzstatus in Deutschland
Die Hornisse genießt in Deutschland besonderen gesetzlichen Schutz:
- § 44 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz): Absichtliches Töten, Fangen oder Stören von Hornissen sowie die Zerstörung von Nestern ist verboten.
- Bußgelder bis zu 65.000 Euro bei Verstößen.
- Ausnahmen möglich bei nachgewiesener Gefährdung (Allergie) – Genehmigung bei der Naturschutzbehörde beantragen.
Der Schutz gilt für die gesamte Art Vespa crabro. Die invasive Asiatische Hornisse (Vespa velutina) unterliegt anderen Regelungen und kann in manchen Bundesländern mit Genehmigung bekämpft werden.